Axmann: Der Polarisierung entgegenwirken und Menschen ins Gespräch bringen

 
von Evangelischer Pressedienst

Initiator des „Steiermärkischen Toleranzpreises“ im Interview

Graz / Wien (epdÖ) – Der Grazer Rechtsanwalt Michael Axmann ist Initiator des „Steiermärkischen Toleranzpreises“ und ebenso Vorsitzender des Vereins zur Vergabe dieser Auszeichnung. Im Interview mit dem Top Leader Online Magazin widmet sich der 54-jährige dem Thema Toleranz in einer zunehmend polarisierten Gesellschaft. Ehrenamtlich ist Axmann seit über zehn Jahren als Superintendentialkurator der Evangelischen Diözese Steiermark tätig.

„Ich habe mich mit mehreren Leuten immer wieder zu diesem Thema ausgetauscht und bemerkt, dass Toleranz immer mehr in den Hintergrund tritt, dass es eine zunehmende Polarisierung der Gesellschaft gibt“, erzählt Axmann, wie die Idee zu diesem Preis entstand. Es gehe dabei übrigens nicht nur um Migration, sondern auch um gesellschaftliche Entwicklungen durch Corona und soziale Medien. „Toleranz ist ein klar multifaktorielles Thema“, betont Axmann.

Die Idee für den Toleranzpreis sei die daraus folgende Überlegung gewesen, welche Haltungen zu einem friedlichen und guten Zusammenleben in der Gesellschaft führten. „Wir alle sind mit unseren Vorlieben, Eigenheiten und Prägungen unterschiedlich. Wenn wir dies akzeptieren und vielleicht sogar die positiven Seiten an einer Vielfalt erkennen, wird uns ein gutes Miteinander gelingen“, zeigt sich Axmann überzeugt.

Offen über Ängste und Gefühle reden

„Nun leben wir eben in einer Phase, in der es wichtig ist, der Polarisierung entgegenzuwirken und Menschen ins Gespräch zu bringen“, sagt Axmann im Interview mit dem Top Leader Online Magazin weiter. Wobei er offen eingesteht, dass „in Wahrheit tolerantes Verhalten unglaublich schwierig und herausfordernd“ sei. Wichtig erscheine es ihm, „offen über Ängste und Gefühle zu reden, im Kleinen und im Großen“.

Im Gespräch mit dem Netzwerkmedium für Führungskräfte stellt der Initiator der Auszeichnung auch klar, dass „wir vom Steiermärkischen Toleranzpreis nicht die Experten im Thema Toleranz“ sind. Die Experten seien vielmehr „unsere drei Preisträger-Initiativen beziehungsweise die Menschen, die hinter diesen großartigen Projekten stehen“.

Steiermärkischer Toleranzpreis

Am 13. November findet in der Aula der Karl-Franzens-Universität Graz die erste Verleihung des neugeschaffenen Toleranzpreises statt. Der Hauptpreis geht an die ARGE Jugend – Fachstelle für Gewaltprävention und zwei Förderpreise an die Theaterakademie von LebensGroß sowie den Verein gemma! GEMEINSAM MACHEN. Der Hauptpreis ist mit 25.000 Euro dotiert, die zwei Förderpreise mit je 7.500 Euro.

Die zwölfköpfige Jury ist ein buntes Abbild der Gesellschaft: Je zwei Jurymitglieder wurden vom ökumenischen Forum, vom interreligiösen Beirat sowie von der Rektorenkonferenz der Universitäten nominiert, je eine Person von den Sponsoren sowie drei Personen vom Gründungskomitee. Den Juryvorsitz hatte heuer Heidrun Primas, Beraterin im Kulturfeld und Sozialbereich. Beabsichtigt ist, dass der Preis alle zwei Jahre verliehen wird. Den Juryvorsitz soll jedes Mal eine andere Persönlichkeit übernehmen.

Das komplette Interview mit Michael Axmann können Sie hier lesen.

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