Diakonie: Schulstart für viele Familien „erhebliche finanzielle Belastung“
Spenden ermöglichen Schulstart-Aktion für benachteiligte Kinder
Wien (epdÖ) – Der bevorstehende Schulstart stellt für viele armutsbetroffene Familien in Österreich eine erhebliche finanzielle Belastung dar. Das betonten die Diakonie und die Wiener Caritas in einer aktuellen Aussendung.
Dabei wies die Diakonie auf die rund 100.000 Volksschulkinder und 85.000 Kinder in der Unterstufe hin, die in einkommensarmen Haushalten leben. Für diese Familien können die Kosten für den Schulstart eine erhebliche Belastung darstellen. Daher sei eine Reform der Schülerbeihilfe notwendig, deren Auszahlung auch die 9. Schulstufe erfassen sollte. Außerdem würden bisher zu wenige Schüler:innen die Unterstützung in Anspruch nehmen, obwohl sie diese benötigten, so die Diakonie.
Ebenso könne der gemeinsame Einkauf von Schulmaterialien durch Schulen Kosten senken. Das Bildungsministerium und die Bildungsdirektionen sollten diese Möglichkeit stärker nutzen, regt die Diakonie an. Darüber hinaus schlägt die Hilfsorganisation einen Schulausgleichsfonds nach dem Vorbild eines im Rahmen der Coronavirus-Hilfen eingerichteten 6,8-Millionen-Euro-Fonds für Schulveranstaltungen vor, um einkommensschwache Schülerinnen und Schüler bei den Kosten für Schulreisen und andere Veranstaltungen zu unterstützen. Auch der angekündigte „Chancenbonus“ könne genutzt werden, um an benachteiligten Schulstandorten in Lernförderung und Infrastruktur zu investieren.
Über die Hälfte der Haushalte (55 Prozent) im untersten Einkommensdrittel gab laut der von der Arbeiterkammer Wien herausgegebenen Schulkostenstudie 2023/2024 an, bei den Schulkosten ihrer Kinder Abstriche machen zu müssen. Elf Prozent im ärmsten Einkommensdrittel konnten sich nicht alle notwendigen Anschaffungen leisten.
Schulstart-Aktion der Diakonie
Zum bevorstehenden Start in das neue Schuljahr unterstützt die Diakonie Familien mit einer Schulstart-Aktion. Dabei ruft sie zu Spenden auf, um sozial benachteiligten Kindern eine Sozialberatung, Schulmaterial für Familien in Krisen, Gutscheine für Schulmaterial für sozialpädagogisch betreute Familien in Not, finanzielle Überbrückungshilfen, langfristige Begleitung aus Krisensituationen sowie Lernhilfe für Kinder aus armutsbetroffenen Familien zur Verfügung zu stellen.
„Auch Kinder aus armutsbetroffenen Familien sollen alles haben, was sie für die Schule und fürs Lernen brauchen. Deshalb sammeln wir Spenden für einen guten Schulstart“, erklärt die Diakonie. Trotz öffentlicher Mittel und Leistungen blieben Lücken für Kinder, die es schwer haben. „In diese Lücken springen wir ein. Wir bitten um Spenden, um Kindern, Jugendlichen und Familien in schwierigen Situationen mit dem helfen zu können, was sie gerade dringend brauchen“, betont die Diakonie. „Nur wenn Kinder alles haben, was sie für die Schule brauchen, können sie im Unterricht bei allem gut mitmachen. Wenn sie gut ausgestattet in die Schule starten, stärkt das ihr Selbstvertrauen und sie sind weniger belastet und sorgenvoll“, so das evangelische Sozial- und Hilfswerk.
Sowohl in ihren Einrichtungen als auch in ihrer Öffentlichkeitsarbeit setzt sich die Diakonie für Kinder ein, etwa mit dem Vorschlag, benachteiligte Schulstandorte besser zu unterstützen, sowie mit der Forderung, Jugendlichen mit Behinderungen das Recht auf inklusive Bildung bis zur Matura zu erfüllen. Darüber hinaus stellt sie Eltern und Pädagog:innen einen Online-Ratgeber, der laufend erweitert wird, zur Verfügung.
Schulstart-Aktion der Diakonie: spenden.diakonie.at/