Diakonie zum Welternährungstag: El Niño verschärft Hungerkrise

 
von Evangelischer Pressedienst

Diakonie Katastrophenhilfe und Brot für die Welt fordern mehr Anstrengungen im Kampf gegen den Hunger und bei Katastrophenvorsorge

Wien (epdÖ) – Schwere Dürren, Ernteausfälle und Überschwemmungen: Vor diesen Folgen des El Niño warnt die Diakonie Katastrophenhilfe in einer Aussendung vom 15. Oktober. Bei dem Wetterphänomen, das alle zwei bis sieben Jahre auftritt, erwärmt sich das Meereswasser im zentralen und östlichen tropischen Pazifik unnatürlich stark und verändert dadurch das globale Klima. Für dieses Jahr wurde ein sogenannter Super-El-Niño prognostiziert.

„Das ist eine Katastrophe, die sich ankündigt“, betonte Diakonie-Direktorin Maria Katharina Moser im Vorfeld des Welternährungstags am 16. Oktober. Besonders gefährdet seien Länder in Afrika, wo schon jetzt die Ernährungssicherheit gefährdet sei. „Wenn Regen ausbleibt oder Überschwemmungen ganze Felder zerstören, verlieren Familien ihre gesamte Lebensgrundlage“, unterstreicht Moser. Die Diakonie-Direktorin appelliert auch an die österreichische Bundesregierung, finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen, um die Katastrophenvorsorge und die Stärkung der Widerstandsfähigkeit lokaler Gemeinschaften zu fördern. „Jeder in Prävention investierte Euro spart ein Vielfaches an späteren Kosten und verhindert Hunger und Leid“, so Moser.

Prognosen des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen (WFP) zufolge könnten durch El Niño bis Ende 2027 zusätzlich mindestens 49 Millionen mehr Menschen von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen sein. „Gemeinschaften im globalen Süden müssen dabei unterstützt werden, Maßnahmen zu setzen gegen den Klimawandel und zur Ökologisierung ihrer Landwirtschaft, um die Folgen des Klimawandels zu bewältigen“, fordert Moser und bekräftigt, dass Hunger “kein unabwendbares Schicksal“ sei. Durch dürretolerantes Saatgut und Schulungen in klimaangepasster Landwirtschaft könnten Familien ihre Erträge verbessern und sich gegen zukünftige Wetterextreme besser wappnen.

Klimaangepasste Landwirtschaft

Als besonders betroffen gilt das ostafrikanische Land Mosambik, wo 2026 bereits schwere Überschwemmungen Ernten zerstört haben. Nun drohen in den zentralen und südlichen Landesteilen weitere Ernteverluste durch ausbleibende Niederschläge, warnt die Hilfsorganisation. Zusammen mit lokalen Partnerorganisationen unterstützt die Diakonie Katastrophenhilfe vulnerable Familien in den Provinzen Sofala und Nampula. 2.360 armutsbetroffene Haushalte erhalten Nahrungsmittelpakete, um die Versorgung in den kommenden Monaten sicherzustellen. Zusätzlich werden klimaresistentes Saatgut und Werkzeuge verteilt sowie Schulungen in klimaangepasster Landwirtschaft angeboten. „Wer heute Lebensmittel verteilt, verhindert akuten Hunger. Wer gleichzeitig Saatgut, Werkzeuge und Wissen zur Verfügung stellt, gibt Familien die Möglichkeit, morgen wieder selbst für ihre Ernährung zu sorgen“, berichtet Moser über das von der ADA (Austrian Development Agency) geförderte Projekt.

Als weiteres Beispiel nennt die Diakonie in ihrer Aussendung die ostafrikanische Republik Somaliland. Dort unterstützt Brot für die Welt, die Aktion für Entwicklungszusammenarbeit der Evangelischen Kirchen in Österreich, in Zusammenarbeit mit lokalen Partnern den Bau von Brunnen und Wasserspeichern.

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