Fresach Sonderausstellung widmet sich evangelischer Widerständigkeit
Zweiter Ausstellungsteil im Fresacher Museum zu Ingeborg Bachmann
Fresach (epdÖ) – Von einer zweiteiligen Sonderausstellung im Fresacher Museum werden die diesjährigen, unter dem Titel „Widerstand und Verantwortung“ stehenden Europäischen Toleranzgesprächen in Fresach begleitet.
Ein Teil der Ausstellung widmet sich den Grundlagen evangelischer Widerständigkeit. Alexander Bach, wissenschaftlicher Leiter des Museums, kuratiert die umfangreiche Zusammenstellung. Darin wird widerständiges Verhalten im Laufe der Menschheitsgeschichte beleuchtet – ausgehend von der Bibelgeschichte bis hin zu den Herausforderungen der Gegenwart. „Denn zu allen Zeiten haben Menschen die Kraft gefunden, gegen Ungerechtigkeit, Unterdrückung und Gewalt aufzutreten“, betont Bach.
Der zweite Teil der Sonderausstellung unter dem Motto „Aufstehen ist das Wort“ ist der bedeutenden Kärntner Autorin Ingeborg Bachmann (1926 – 1973) gewidmet, die heuer ihren 100. Geburtstag gefeiert hätte. „Sie entlarvt schonungslos autoritäre Denkweisen, die systematische Ausbeutung von Frauen in der Gesellschaft sowie Macht und Missbrauch von Sprache“, erklären die Organisatorinnen Dagmar Sakrausky und Claudia Rosenwirth-Fendre vom Team Fresach. Bachmann habe ihr ganzes Leben lang gegen jede Form von Gewalt, Vereinnahmung, ideologischem Missbrauch und politischer Instrumentalisierung angeschrieben. „In einer Zeit der zunehmenden sprachlichen Verrohung treffen ihre Worte auch heute genau den wunden Punkt von Verantwortung und Widerstand“, so die Organisatorinnen.
Neben Bildtafeln mit Gedichten sowie einer ausführlichen Biographie wurde auch eine Hörstation mit der Dankesrede anlässlich der Verleihung des Hörspielpreises für „Der gute Gott von Manhattan“ (1959) aufgebaut. Der Titel der Rede ist bis heute untrennbar mit Ingeborg Bachmann verbunden: „Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar“.
Öffnungszeiten der Sonderausstellung:
bis 31. Oktober 2026 Freitag bis Sonntag und feiertags von 11 – 17 Uhr