Friedenstag: Schüler:innen diskutierten über Toleranz

 
von Evangelischer Pressedienst

Rund 600 Jugendliche beim „Mutmachtag“ in der Evangelischen Auferstehungskirche

Wien (epdÖ) – Unter dem Motto „Toleranz:Grenze“ luden die Evangelische Jugend Wien, das Evangelische Schulamt Wien und die ARGE der Religionslehrer:innen an AHS/BHS am Mittwoch, 18. Februar, wieder zum Friedenstag in der Evangelischen Auferstehungskirche in Wien-Neubau. An der Veranstaltung nahmen etwa 600 Schülerinnen und Schüler des evangelischen Religionsunterrichts ab der 9. Schulstufe sowie erstmals in ihrem Amt Bischöfin Cornelia Richter und u.a. auch der Wiener Superintendent Matthias Geist teil.

Es kommt darauf an, „dass man sich zusammenfindet und anfängt, darüber nachzudenken: Wie könnte es gehen, dass wir miteinander diese Welt gestalten?“ sagte bei der Begrüßung Bischöfin Richter, die dem Vorbereitungsteam und allen Teilnehmenden dankte. Menschen Segen zuzusprechen, um Hilfe zu rufen und auch zu protestieren sei dabei jeweils wichtig, wenn es darum geht, für andere Menschen einzustehen. „Dafür sind wir in der Evangelischen Kirche da“, so die Bischöfin.

Örley: Toleranz „nicht grenzenlos“

„Toleranz ist wichtig, aber nicht grenzenlos“, betonte eingangs der Religionslehrer Christoph Örley mit Bezug auf den Titel der Veranstaltung. „Der Friedenstag ist ein ‚Mutmachtag‘. Wir sind viele und können etwas bewirken“, so Örley. Es gelte, eine klare Grenze gegen Diskriminierung und Ungerechtigkeit zu ziehen. In ihren Begrüßungsworten erklärte die Diözesanjugendreferentin Angelina Ahrens: „Der Friedenstag ist Tag des Nachdenkens, des Austauschs und des Erlebens.“ Bei der Veranstaltung gehe es „um das Zuhören, Informieren, Diskutieren, Fragen stellen, das Erleben von Gemeinschaft und Kraft und Mut, den wir aus unserem evangelischen Glauben gewinnen können“, bekräftigte Ahrens.

Der Friedenstag bot auch eine ermutigende Tanz-Performance von Vera Rosner und ihrem Tanzpartner la PrimaVera. (Foto: epd/M. Uschmann)

Katz-Wilfing: Lernen von Meinungen anderer

In und rund um die Auferstehungskirche wurde im Rahmen des Friedenstags ein vielfältiges Workshop-Programm geboten. So gab etwa der Zeitzeuge und frühere Hochschullehrer Siegfried Loewe Einblick in seine Familiengeschichte und Kindheit zur Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs. Beim Workshop „Dialog Abraham“, einer Initiative für den Frieden bzw. ein friedliches Miteinander von Angehörigen verschiedener Religionen, sprachen die Religionslehrerin Elisabeth Wanek und der Wiener Rabbiner und Geschäftsführer des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit, Yuval Katz-Wilfing, über Toleranz als Chance zu einem besseren Zusammenleben in der Gesellschaft. „Wir können die andere Meinung ablehnen und ausgrenzen, oder aber wir sagen: Die Meinung ist etwas wert, und wir machen etwas daraus“, unterstrich Katz-Wilfing. Man könne von anderen Meinungen etwas lernen, zeigte sich Katz-Wilfing überzeugt.

Parallel dazu fand auch ein Workshop zu Autismus statt. Dabei gab der evangelische Workshopleiter und Lehramts-Student Felix Zych Einblicke in das Leben im Autismusspektrum, teilte persönliche Erfahrungen und schuf Raum für Fragen und Austausch. Zudem konnten die Schülerinnen und Schüler an Workshops zu Sucht- und Gewaltprävention, Sexualität, Tanz und Bewegung sowie „Verwerten statt wegwerfen“ teilnehmen und darin ihre Erfahrungen und Meinungen austauschen. Darüber hinaus wurde der Film „Systemsprenger“ über die Grenzen des Sozialsystems gezeigt. Beim Programmpunkt „Rhythmus der Gerechtigkeit“ trommelten Jugendliche gemeinsam. Eingerahmt wurde das Programm durch Musikbeiträge der Johann Sebastian Bach Musikschule.

Seit 1988 wird der evangelische Friedenstag von der Evangelischen Jugend Wien und dem Evangelischen Schulamt jährlich organisiert mit dem Ziel, zu einer gerechten und friedlichen Welt für junge Menschen beizutragen.

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