Götterdämmerung
Michael Chalupka über die Verfilmung der Odyssee
Seit dieser Woche ist die Verfilmung der Odyssee, des großen Menschheitsepos des griechischen mythischen Dichters Homer, in Österreichs Kinos zu sehen. Der Starregisseur Christopher Nolan bietet eine Starriege auf, die ihresgleichen sucht. Zendaya als Göttin Athene, Anne Hathaway als Penelope und Matt Damon als Odysseus. Doch die Götter spielen in diesem Film nicht die Hauptrolle. Anders als in der homerschen Odyssee, wo sie das Schicksal der Menschen der Menschen lenken und Ordnung ins Chaos bringen von ihren Götterthronen am Olymp aus.
Christopher Nolan säkularisiert die Erzählung und arbeitet dadurch die zutiefst menschlichen Dimensionen einer durch Krieg und Trennung zerrütteten Familie heraus.
Dadurch wird alles noch komplizierter. Der Himmel ist leer. Die Menschen auf Erden sind auf sich selbst angewiesen. Den Figuren der Odyssee geht es nicht anders als vielen unter uns, die auf der Suche sind. An Götter, die alles dirigieren und in unbegreiflicher Weise lenken, können und wollen wir nicht mehr glauben. Und an einen Gott wie den biblischen Gott zu glauben, der uns die Freiheit der eigenen Entscheidungen schenkt und uns trotzdem in all unserer Unsicherheit und in unserem Zweifel nicht alleine lässt, ist eine Herausforderung. Doch dass in meinem Himmel ein liebender Gott wohnt, gibt mir Trost und Hoffnung. Der Film aber ist sehenswert, gerade weil die Schicksalsgötter fehlen.
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