Hitzefrei
Michael Chalupka über den inneren Dialog in der Kirche
Was soll man machen, wenn es selbst für ein kühles Bier zu heiß ist? Gehen Sie in die Kirche! In Klagenfurt zum Beispiel. Im Hof der Stadthauptpfarrkirche Klagenfurt-St.Egid, zwischen Augustin und Molly Malone – zwei für ihr Bier bekannten Gaststätten – gelegen, ist ein Refugium entstanden, eine schmale Grünfläche mit Bänken. Dorthin kann tagsüber jeder kommen, sich hinsetzen, ausruhen, abkühlen. Dazu lädt der Umweltbeauftragte der Diözese Gurk ein. Trinkbrunnen, Wasserspiel, Klimabaum und mehr gehören zum Refugium dazu, und natürlich die Kirche.
Wenn man schon mal dort ist, kann man in den Kirchen, mit kühlem Kopf, noch so manches erleben. Im besten Fall sich selbst. Es ist ja nicht nur kühl, sondern auch still in der Kirche. Nichts lenkt einen ab. Die Handys bleiben in den Taschen. Da bleibt Zeit, in sich hineinzuspüren, in einen inneren Dialog mit sich zu treten. Wer weiß, wem man da begegnet?
Vielleicht mischt sich in den inneren Dialog eine unerwartete Stimme ein, ein Gedanke, der lange nicht gewagt wurde, eine Idee, die verspricht, einen Schritt heraustreten zu können aus einer verfahrenen Situation. Wer weiß, vielleicht wird ein Trost spürbar, der sich über die Trauer legt, oder Freude über sonst Unbemerktes. Wird aus dem inneren Dialog ein Gebet, kann man das geschehen lassen und als Geschenk mitnehmen, wenn man wieder in die Hitze des Tages tritt, mit kühlem Kopf und heißem Herzen.