Osterfeuer

 
von Evangelischer Pressedienst

Michael Chalupka über das starke Symbol des Feuers in der Osternacht

Nehmen Sie sich eine Auszeit an diesem Tag, an dem die Glocken schweigen und das Fasten sich dem Ende zuneigt. Sie haben es sich verdient in diesen bedrohlichen Zeiten, und es wird sich lohnen. Sie müssen dazu nicht besonders fromm sein oder ein regelmäßiger Kirchgänger. Irgendwo in Ihrer Nähe wird heute Abend ein Feuer entzündet werden.

Die Osternacht ist eine der wenigen Nächte, in der das erlaubt ist. Nicht überall wird der Brauch noch gefeiert, das Feuer am Ostersamstag, am Beginn der Liturgie in der Osternacht, vor der Kirche zu entzünden und daran die Osterkerze zu entfachen. Die Osterkerze wird dann in feierlicher Prozession mit dreimaligem Singen des „Lumen Christi“ (Licht Christi) in das noch dunkle Gotteshaus getragen.

Nichts symbolisiert besser, dass es sich bei der Auferstehung nicht um etwas Harmloses handelt, sie nicht nur eine stille Verwandlung ist, sondern ein Brennen, ein Sieg über den Tod, über die Kälte und Dunkelheit. Das Feuer ist ein starkes Symbol. Es ist auch bedrohlich, es wird erst gezähmt, wenn es weitergegeben wird durch das Licht der Osterkerze, von Hand zu Hand. Dann zeigt sich, dass die Vorstellung von der Auferstehung Christi nicht nur ein Feuersturm ist, der Flügel der Engel versengte, sondern auch ein warmes Licht für unsere klammen Herzen.
Wenn die so erleuchtete, in ihren Hoffnungen ermutigte Gemeinschaft sich danach an der Osterjause stärkt, umso schöner.

Weitere Artikel

Nach Oben