Pflege: Diakonie fordert von Regierung mehr Präventionsmaßnahmen
Direktorin Moser: „Vorsorge statt Versorgung“
Wien (epdÖ) – Die Diakonie fordert von der Regierung mehr Präventionsmaßnahmen im Pflegebereich. Der Schlüssel heiße „Vorsorge statt Versorgung“, sagte Diakonie-Direktorin Maria Katharina Moser am Dienstag, 26. Mai, in einem Online-Pressegespräch. Konkret fordert die Diakonie mehr Maßnahmen zur Sturzvermeidung, regelmäßige „Medikationschecks“, bessere Delir-Prävention sowie ein funktionierendes Entlassungsmanagement nach Krankenhausaufenthalten. Gerade hochaltrige Menschen würden oft zu früh ins Pflegeheim kommen, obwohl längere Selbstständigkeit möglich wäre.
Als großes Problem gelten Stürze im Alter, erinnert die Diakonie. Diese seien häufig Auslöser für Krankenhausaufenthalte und spätere Übersiedlungen ins Pflegeheim. Nötig seien etwa Beratungen zuhause, um Gefahrenquellen wie Teppiche oder fehlende Haltegriffe zu beseitigen. Laut Berechnungen des Hilfswerks verursachen Defizite bei Sturzprävention und Nachsorge jährlich Kosten von rund 1,7 Milliarden Euro. Auch regelmäßige Überprüfungen von Medikamenten seien notwendig. Viele ältere Menschen nähmen zahlreiche Präparate gleichzeitig ein. Fehler oder Wechselwirkungen könnten Schwindel, Stürze und erneute Krankenhausaufenthalte auslösen.
Delir oder Demenz?
Verbesserungsbedarf sieht die Organisation zudem beim Umgang mit Delir-Erkrankungen. Diese würden oft mit Demenz verwechselt, obwohl sie vielfach behandelbar seien. Melanie Maier, Diakonie-Fachbereichsleitung Pflege und Hospiz, betonte, dass Delir oft im Krankenhaus auftrete. Eine Vermeidung desselben im Krankenhaus würde jährlich rund 90 Millionen Euro an Pflege-Folgekosten sparen. Gefordert wird seitens der Diakonie daher, dass in allen Stationen von Krankenhäusern, in denen ältere Menschen behandelt werden, Delirkonzepte entwickelt werden, zur Vermeidung, Erkennung und Behandlung des Syndroms. Auch bei der Pflege daheim müsste es ein „Delir-Monitoring“ durch Pflegenotdienste geben.
Bezüglich des Entlassungsmanagements hieß es von Seiten der Diakonie, zentral sei, dass Menschen nur dann aus dem Krankenhaus entlassen werden, wenn die Pflege zu Hause sichergestellt ist. Notwendig sei dazu in ganz Österreich u.a. ein verlässlicher und leistbarer Zugang zu Akutpflege, Übergangspflege und Pflegenotdiensten.