Reformationstag: Luthers 95 Thesen und die Folgen
Bischöfin Cornelia Richter in Beitrag auf religion.ORF.at
Wien (epdÖ) – In einem Beitrag auf religion.ORF.at äußert sich die evangelisch-lutherische Bischöfin Cornelia Richter zu Geschichte und Bedeutung der Reformation.
Im Gespräch mit Nina Goldmann von der ORF-Abteilung Religion und Ethik multimedial geht es um Luthers 95 Thesen, die er am 31. Oktober 1517 an das Tor der Kirche in Wittenberg genagelt haben soll. Der Augustinermönch habe nicht die Absicht gehabt, eine neue Konfession zu begründen, sondern er habe mit den Kirchenverantwortlichen debattieren wollen. Statt in eine Disputation mündeten Luthers Reformversuche jedoch in die Spaltung von evangelischer und römisch-katholischer Kirche. Richter weist auch darauf hin, dass in Österreich Mitte des 16. Jahrhunderts etwa 80 Prozent der Bevölkerung evangelisch-lutherisch waren, besonders in Ober- und Niederösterreich, der Steiermark und auch in Böhmen, Mähren und Ungarn.
Kirche als Gemeinschaft der Gläubigen
Luther habe die Gnade Gottes als durch den Glauben gegeben verstanden, ohne eine vermittelnde Instanz wie die Kirche zu benötigen, so die Bischöfin. Die Gemeinschaft der Gläubigen sah er als Kirche, nicht die Institution. Evangelischer Glaube heiße seit Luther, dass man in der persönlichen Beziehung zu Gott einen „safe space“, also einen sicheren Ort, habe, in dem Vertrauen herrschen könne. Dieses Vertrauen, so die Bischöfin, sei der Kern des evangelischen Glaubens, aus dem heraus im Hier und Jetzt gelebt und gehandelt werde. Sie sieht darin ein „Empowerment“, „Verantwortung für die Welt“ zu übernehmen. Außerdem sei die Evangelische Kirche eine „bescheidene Kirche“, die Prunk ablehne. Geldspenden würden immer an die Gemeinden und Hilfsprojekte gehen, die sie brauchen.
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