Wien: Pride Prayer unter dem Motto „Atmen und Aufstehen“

 
von Evangelischer Pressedienst

Ökumenischer Gottesdienst am 10. Juni in der Reformierten Stadtkirche

Wien (epdÖ) – Unter dem Titel „Atmen und Aufstehen“ findet am 10. Juni in der Reformierten Stadtkirche in der Wiener Innenstadt das diesjährige ökumenische Pride Prayer statt. Der Gottesdienst um 19 Uhr lädt queere Menschen, Verbündete sowie alle Interessierten ein, gemeinsam Glauben, Hoffnung, Widerstandskraft und Gemeinschaft zu feiern, heißt es in einer Presseaussendung der Veranstalter.

Weltweit sind LGBTIQ-Personen nach wie vor diskriminiert, kriminalisiert und verfolgt, in manchen Ländern sind sie sogar von Folter oder Todesstrafe bedroht. „Gerade in Zeiten zunehmender gesellschaftlicher Polarisierung und politischer Rückschritte braucht es Räume, in denen queere Menschen sichtbar sein können, Kraft schöpfen und Solidarität erfahren“, betont Katharina Payk, evangelische Hochschulpfarrerin und Koordinatorin des Pride Prayers. „Wir erleben oft, dass queere Menschen Schutz oder geistliche Heimat suchen – umso beachtlicher, dass sie dafür in die Kirche kommen, in der schließlich auch oft die eine oder andere Verletzung passiert ist“, bekräftigt die Pfarrerin. Der Pride Prayer setze dem eine andere Botschaft entgegen: eine Kirche, die Vielfalt lebt, Menschen stärkt und Glauben nicht gegen, sondern gemeinsam mit queeren Menschen gestaltet. „Atmen und Aufstehen“ stehe dabei für Hoffnung, Selbstermächtigung und das gemeinsame Aufstehen gegen Ausgrenzung und Angst, so Payk.

Auch Lukas Hauser, Vorsitzender der Evangelischen Jugend Österreich (EJÖ) und Mitwirkender beim Pride Prayer, unterstreicht die Relevanz von Räumen für Unterstützung, Anerkennung und Austausch in der Kirche: „Angebote in der queeren Jugendarbeit und der Pride Prayer machen sichtbar, dass jeder Mensch von Gott gewollt ist und seinen Platz in der Gemeinschaft hat.“

Seit mehr als zehn Jahren ist der ökumenische Gottesdienst fixer Bestandteil der Vienna Pride und wird jährlich in wechselnden evangelischen und katholischen Kirchen gefeiert. Unterschiedliche Geistliche sowie zahlreiche Ehrenamtliche verschiedener evangelischer wie katholischer Konfessionen gestalten Liturgie, Musik und Organisation gemeinsam. In diesem Jahr begleiten musikalisch den Gottesdienst die beiden Chöre Louder und Wiener Frequenz (Chor der KHJ). An der Orgel spielt Francesco Pelizza.

Gregor Jansen, katholischer Pfarrer und Teil des Leitungsteams der „Regenbogenpastoral Österreich“, berichtet: „Ich habe in den letzten Jahren viele homosexuelle Paare und Transpersonen begleitet, die oft sehr lang damit gerungen haben, wie sie in Bezug auf ihren Glauben und in ihren Kirchen ihre Identität furchtlos leben und zeigen können. Das nötigt mir großen Respekt ab. Und nur darum geht es: um den Respekt vor einer anderen Person und ihrer Lebensgeschichte.“ Daher gelte: „Faith spaces must be safe places.“

Mitgetragen wird das Pride Prayer unter anderem vom Verein EvanQueer, der 2023 von und für queere Menschen in den evangelischen Kirchen gegründet wurde, sowie von der römisch-katholischen Regenbogenpastoral. Ebenfalls beteiligt sind die Altkatholische Kirche und der queerfreundliche freikirchliche Verein MCC – Metropolitan Community Church sowie das ökumenische Netzwerk VCQN – Vienna Christian Queer Network, das seit 2025 kirchliche Angebote rund um die Vienna Pride sowie die monatliche Queer Lounge gemeinsam plant und organisiert. Auch von VCQN mitorganisiert werden die jährlichen „Queeren Kreuzwege“ und die queere Schöpfungsfeier „Abrakadabra – und es war gut“ (am 25.9. in Wien und am 2.10. in Linz).

Pride Prayer 2026 „Atmen und Aufstehen“
Dienstag, 10. Juni 2026, 19:00 Uhr
Reformierte Stadtkirche Wien, Dorotheergasse 16, 1010 Wien
Kirche mit Rollstuhl befahrbar, Induktionsschleife vorhanden.
Kontakt: Pfarrerin Mag.znvygb:Xngunevan.cnlx@rinat.ng"> Katharina Payk
Weitere Infos hier.

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