Diakonie pocht auf solidarisches Gesundheitssystem für alle

 
von Evangelischer Pressedienst

Moser zum Tag der Kranken: „Gesundheit ist ein Menschenrecht“

Wien (epdÖ) – Zum Tag der Kranken am 11. Februar pocht die Diakonie auf ein solidarisches Gesundheitssystem für alle. In einer Aussendung kritisiert das evangelische Hilfswerk damit die von Bundeskanzler Christian Stocker angedachte Einschränkung der medizinischen Behandlung für Asylwerber auf eine Basisversorgung. Auch die gesundheitspolitische Debatte über „Gastpatienten“ aus anderen Bundesländern in Wien wird aufgegriffen.

Gesundheitsversorgung sei existenziell, betont Diakonie-Direktorin Maria Katharina Moser in dem Schreiben. „Gesundheit ist ein Menschenrecht. Die Menschenrechte gelten für alle Menschen und für jeden einzelnen“, stellt Moser klar. Wenn auch nur ein Menschenrecht für eine Gruppe infrage gestellt oder ausgesetzt werde, stünden die Menschenrechte insgesamt infrage, „und damit die Würde des Menschen, der Wert menschlichen Lebens“, mahnt die Diakonie-Direktorin.

Es sei ein Dammbruch, die Gesundheitsversorgung für eine bestimmte Bevölkerungsgruppe einzuschränken und sie als Kranke schlechter zu behandeln, konstatiert Moser. „Wo wird das hinführen? Wer sind die nächsten, die nichts oder zu wenig eingezahlt haben und zu Ballast erklärt werden?“, so Moser. Zusatz: „Jeder Mensch wird irgendwann krank und ist dann auf medizinische Hilfe angewiesen – oft unerwartet, manchmal lebensbedrohlich.“

Asylwerber:innen nicht ausschlaggebend für Überlastung des Gesundheitssystems

Die Diakonie weist darauf hin, dass in Wien rund 3.000 Asylwerber:innen leben, das sind etwa 0,15% der Wiener Bevölkerung. Diese kleine Gruppe könne das Gesundheitssystem nicht überlasten und sei nicht der Grund für Wartezeiten in Ambulanzen oder Ordinationen, heißt es in der Aussendung weiter. Insgesamt zeigten Studien, dass Migrant:innen seltener im Spital seien als Österreicher:innen. „AmberMed“, die Ambulanz für Menschen ohne Krankenversicherung von Diakonie und Rotem Kreuz, bestätigt: Viele Menschen mit Flucht- oder Migrationserfahrung gehen erst spät zum Arzt – aus Scham oder falscher Bescheidenheit.

„Es kann doch nicht sein, dass kranke Menschen, seien sie aus Niederösterreich oder seien sie Geflüchtete, zum Problem für das Gesundheitssystem erklärt werden“, kommentiert die Diakonie-Direktorin aktuelle Entwicklungen und fordert von der Politik, die strukturellen föderalen und systemischen Probleme im Gesundheitswesen anzupacken.

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