NGOs warnen vor „Kaputtsparen“ der Entwicklungshilfe
AG Globale Verantwortung appelliert, Kürzungen rückgängig zu machen
Wien (epdÖ) – Vor den Folgen der gekürzten Mittel für internationale Entwicklung, humanitäre Hilfe und Friedensförderung hat der NGO-Dachverband „AG Globale Verantwortung“ gewarnt. „Die Kürzungen kommen zurück wie ein Bumerang – nicht erst morgen, sondern schon heute“, sagte Geschäftsführer Lukas Wank am 14. April auf dem Wiener Heldenplatz.
Seit 2024 ist das Budget für den Auslandskatastrophenfonds und die Austrian Development Agency um fast ein Drittel zurückgegangen. Die für 2025 geplanten Gelder für internationale Klimaprojekte seien nie bereitgestellt worden, kritisierte Wank. An die Bundesregierung appelliert der Zusammenschluss von NGOs, die Kürzungen rückgängig zu machen und Gelder für Entwicklung, humanitäre Hilfe sowie Friedensförderung auf Niveau von 2024 abzusichern.
„In einer Weltlage mit so vielen Konflikten wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr, in der zuletzt bis zu 720 Millionen Menschen hungerten und rund 120 Millionen Menschen als Vertriebene galten“, lasse die österreichische Bundesregierung es an notwendiger politischer Weitsicht vermissen, bemängelte Wank. Österreich gefährde Partnerschaften, schmälere seine internationale Handlungsfähigkeit und verliere die Expertise österreichischer und lokaler Organisationen, betonte Wank. Was einmal kaputtgespart worden sei, könne nicht auf Knopfdruck wiederaufgebaut werden, warnte zudem die AG Globale Verantwortung.
Die Regierung ignoriere Wank zufolge, dass auch Österreich und die Menschen hierzulande auf weltweite Krisenprävention, Stabilisierung und Wiederaufbau angewiesen seien. Mit dem Doppelbudget für 2027 und 2028 könne sie „kluge und wirksame Prioritäten setzen, zu einer friedlicheren, gerechteren und stabileren Welt für alle beitragen und sicherstellen, dass Österreich weltweit handlungsfähig bleibt“, so der Geschäftsführer der AG Globale Verantwortung.
Zum Dachverband AG Globale Verantwortung zählen unter anderem die Diakonie Österreich, Caritas Österreich, Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar, HORIZONT3000 und Jugend Eine Welt.