Friedensdienst
Michael Chalupka über den hohen Wert des Zivildienstes
„Gebt ein Jahr Eures Lebens zum Dienst!“ Das war der Leitspruch, mit dem die Evangelische Kirche ab den 1950er Jahren um die freiwillige Mitarbeit junger Frauen und Männer in Sozialeinrichtungen der Diakonie bat. Man hatte die Zeit, in der junge Männer Jahre ihres Lebens einem mörderischen unsinnigen Krieg opfern mussten, gerade hinter sich. Jetzt sollten sie die Chance haben, ihr Engagement in einem sinnvollen Dienst einzusetzen. Im „Diakonischen Jahr“ lernten sie die Arbeit mit Menschen mit Kindern, Menschen mit Behinderungen und Pflegebedürftigen kennen. Viele haben aus dieser Berufung einen Beruf gemacht.
Die Erfahrung des Krieges haben die Kirchen zu Fürsprecherinnen eines Wehrersatzdienstes gemacht. Als in den 1970iger Jahren der Zivildienst eingeführt wurde, mussten die jungen Männer eine Gewissensprüfung über sich ergehen lassen und wurden oft als Drückeberger angesehen. 1992 wurde die Gewissensprüfung abgeschafft, Zivildiener sind heute hoch angesehen. Man kann sich das soziale Leben gar nicht ohne sie vorstellen.
Der mörderische unsinnige Krieg rückt wieder näher. Der Wehrdienst soll reformiert werden, und mit ihm der Zivildienst. Er soll der Landesverteidigung untergeordnet werden. Die Kirchen bleiben Fürsprecherinnen für den Zivildienst. Weil es sinnvoll ist, dass sich junge Männer in den Dienst des sozialen Miteinanders und des Friedens stellen.