Sozialexperte Schenk erhielt Menschenrechtspreis der Kreisky-Stiftung
Würdigung für humanitäre und karitative Hilfe
Wien (epdÖ) – Mit dem „Preis für die Verdienste um die Menschenrechte“ wurde der Sozialpsychologe und Armutsforscher Martin Schenk am Donnerstag, 22. Oktober, im Wappensaal des Wiener Rathauses ausgezeichnet. Der Preis der 1976 gegründeten Bruno Kreisky Stiftung für Verdienste um die Menschenrechte zählt zu den renommiertesten Auszeichnungen Österreichs. Gewürdigt wurden Schenks humanitäre und karitative Hilfe und seine Aktivitäten zur Durchsetzung und Weiterentwicklung der Menschenrechte. Die Laudatio für den stellvertretenden Direktor der Diakonie Österreich hielt der Soziologe und Philosoph Harald Katzmair.
Zahlreiche Initiativen gegen Armut
Schenk war 1995 Mitbegründer der Armutskonferenz, eines Netzwerks von mehr als 40 sozialen Organisationen, Selbsthilfegruppen, wissenschaftlichen Einrichtungen und Initiativen von Armutsbetroffenen. Weiters ist er im Menschenrechtsbeirat der Volksanwaltschaft vertreten und entwickelte den „Kulturpass“ mit, der Menschen mit geringem Einkommen den Zugang zu Theater, Konzerten, Museen und Kino ermöglicht. Die 2003 gestartete Initiative „Hunger auf Kunst und Kultur“ erreicht mittlerweile ganz Österreich; mehr als 60.000 Menschen in finanziellen Notlagen nutzen den Kulturpass. Bei der Diakonie Österreich leitet er die Grundlagenarbeit zu sozialer Sicherheit, Gesundheit und Kinder- und Jugendhilfe.
Zu Schenks weiteren Initiativen zählen etwa das Projekt „Sichtbar Werden“, in dem sich Menschen mit Armutserfahrungen selbst organisieren, das Sozialrechtsnetz zur Stärkung sozialer Menschenrechte sowie das Projekt „Mitgehn“. Dabei begleiten Freiwillige Menschen mit geringem Einkommen zu Ämtern, Behörden oder Gesundheitseinrichtungen, um Zugangsbarrieren abzubauen und Betroffenen mehr Gehör zu verschaffen.
Als Sozialpsychologe beschäftigt sich Schenk zudem mit gesundheitlicher Chancengerechtigkeit, Kinder- und Jugendhilfe sowie den sozialen Folgen von Armut. Außerdem lehrt er seit Jahren an der Hochschule Campus Wien.
Bruno Kreisky Preise für Verdienste um die Menschenrechte
Vor 50 Jahren wurde anlässlich des 65. Geburtstags des damaligen Bundeskanzlers Bruno Kreisky von unterschiedlichen Banken, politischen Institutionen und sozialpartnerschaftlich orientierten Einrichtung die „Bruno Kreisky Stiftung für Verdienste um die Menschenrechte“ gegründet. Zu den Persönlichkeiten, die mit dem Kreisky-Menschenrechtspreis ausgezeichnet wurden, gehören beispielsweise der spätere südafrikanische Präsident und Freiheitskämpfer Nelson Mandela, der UN-Generalsekretär Kofi Anan, sowie der derzeitige Präsident Brasiliens Luiz Inácio Lula da Silva und die diesjährige Festrednerin bei der Salzburger Festspielen, Maryja Kalesnikawa aus Belarus.
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