Wien: „Broken Hallelujah“ – Gottesdienst zum 10. Todestag von Leonard Cohen

 
von Evangelischer Pressedienst

Pfarrerin Payk: „Festhalten an Gott gerade im Zweifeln und Ringen“

Wien (epdÖ) – Unter dem Titel „Broken Hallelujah“ steht am Sonntag, 8. November, um 18 Uhr in der Lutherischen Stadtkirche in Wien ein Gottesdienst mit Liedern des kanadischen Liedermachers Leonard Cohen. In einer Verbindung aus Liturgie, Live-Musik und kurzen theologischen Impulsen wird der Frage nachgegangen, „wie ein gebrochenes Hallelujah klingen kann – und wo gerade durch die Risse Licht fällt“, heißt es in einer Aussendung.

Liturgisch gestaltet wird der Gottesdienst von Ortspfarrerin Julia Schnizlein und Hochschulpfarrerin Katharina Payk. Für die Live-Musik sorgen das Duo „Cherem e Chuzpe“ und Sängerin Jolanda Klaus.

„Zehn Jahre nach seinem Tod widmen wir Leonard Cohen einen Gottesdienst mit seinen Songs, die von Liebe und Verlust, Glauben und Zweifel, Sehnsucht und Brüchen erzählen“, sagt Payk. Und weiter: „Geprägt von seiner jüdischen Herkunft, seiner lebenslangen Auseinandersetzung mit der Bibel und seiner Beschäftigung mit buddhistischer Spiritualität, kreisen Cohens Lieder immer wieder um die großen religiösen und existenziellen Fragen des Lebens.“

Sie verbinde mit Cohens Musik tiefgründige intellektuelle und emotionale Beschäftigung mit Gott und der Liebe, so Payk gegenüber dem Evangelischen Pressedienst: „Gerade im Zweifeln und Ringen mit dem Leben und dem Glauben selbst offenbart sich in seinem Werk sein Festhalten an Gott.“ Besonders beeindruckt habe sie auch sein letztes Album „You Want It Darker“, erschienen kurz vor Cohens Tod. Für die Leiterin der Evangelischen Hochschulgemeinde „ein musikalisches Vermächtnis, in dem Cohen sich eindringlich mit Gott, Sterblichkeit, Glauben und der eigenen Endlichkeit auseinandersetzt – düster, lakonisch und zugleich zutiefst spirituell“.

Pfarrerin Schnizlein: „Ein trotziges Hallelujah“

Julia Schnizlein erklärt, was es mit dem Titel des Gottesdienstes „Broken Halleluja“ auf sich hat: Das Lied „Hallelujah“ sei bekanntlich eines der bekanntesten Lieder von Leonard Cohen, das oft bei Hochzeiten und Taufen gespielt wird, weil es so wunderschön klinge. „Dabei ist es eigentlich gar kein Lied darüber, dass alles wunderbar ist. Ganz im Gegenteil. Es erzählt von gebrochener Liebe, von Enttäuschungen, vom Scheitern und von den Widersprüchen des Lebens“, stellt Schnizlein gegenüber dem Evangelischen Pressedienst klar. Genau das gefalle ihr an diesem Lied und am Titel „Broken Hallelujah“, denn es sei „ein trotziges Halleluja“. Gott werde nicht gelobt, weil alles gut sei, „sondern obwohl vieles nicht gut ist. Obwohl wir zweifeln, obwohl wir scheitern, obwohl das Leben manchmal schwer auszuhalten ist“. Darin steckt für Schnizlein „ganz viel Glaube: Wir singen trotzdem Halleluja. Wir lassen der Dunkelheit nicht das letzte Wort. Nicht alles ist gut. Aber wir geben die Hoffnung nicht auf.“

„Broken Hallelujah“ – Gottesdienst zum 10. Todestag von Leonard Cohen
So., 8. November um 18 Uhr, Lutherische Stadtkirche Wien, Dorotheergasse 18
Für die Live-Musik sorgen das Duo „Cherem e Chuzpe“ und Sängerin Jolanda Klaus.

Foto: www.depositphotos.com

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