Neuapostolische Kirche feierte 50 Jahre staatliche Anerkennung

 
von Evangelischer Pressedienst

Gratulationen aus Politik und Kirchen

Wien (epdÖ) – Am dritten Adventwochenende feierte die Neuapostolische Kirche (NAK) ihr 50-jähriges Jubiläum der staatlichen Anerkennung in Österreich. Zum Festakt im Wiener Kardinal-König-Haus konnte Hirte Walter Hessler in Vertretung des kurzfristig erkrankten Kirchenpräsidenten Apostel Matthias Pfützner am 13. Dezember unter anderem Bischöfin Cornelia Richter, Kardinal Christoph Schönborn, Bischofskonferenz-Generalsekretär Peter Schipka, Stephan Leitner und Martin Fischer vom Kultusamt im Bundeskanzleramt sowie zahlreiche weitere Vertreter aus Kirchen und Religionsgemeinschaften begrüßen. Danach fand ein ökumenischer Wortgottesdienst in der benachbarten Konzilsgedächtniskirche statt.

Bundespräsident Alexander Van der Bellen und Kultusministerin Claudia Plakolm dankten in Videobotschaften den neuapostolischen Christen für ihr Engagement und ihren Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die Kirche setze sich in Österreich in der Seelsorge und vielen sozialen Projekten ein – „kurz: sie gibt Menschen Halt“, sagte Van der Bellen und dankte „für alles, was Sie für ein funktionierendes Miteinander in unserem Land tun“. Plakolm zeigte sich beeindruckt vom Ausmaß, in dem sich die Neuapostolische Kirche – obwohl mit rund 5.000 Mitgliedern eine der kleineren anerkannten Kirchen in Österreich – aktiv im interreligiösen Dialog, der Ökumene und im Miteinander von Kirche und Staat einbringe. Dabei schauten die Vertreter der Kirche „nicht nur auf eigene Anliegen, sondern auf das große Ganze“, unterstrich die Kultusministerin.

Bischof Tiran Petrosyan, Vorsitzender des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRKÖ), würdigte in einer von Pastorin Esther Handschin verlesenen Botschaft den Beitrag der Neuapostolischen Kirche zur Ökumene und generell zum kirchlichen und gesellschaftlichen Leben in Österreich. Dass man das 50-Jahr-Jubiläum im ökumenischen Geist miteinander begehe, sei ein starkes Zeichen der Hoffnung, so Petrosyan. „In einer Zeit, in der in der Welt so vieles zerrissen ist, brauchen wir als Kirchen das gemeinsame Zeugnis der Versöhnung, die aus dem Evangelium kommt“, bekräftigte Petrosyan.

Bischöfin Cornelia Richter betonte, es sei entscheidend, wie Kirchen und Religionsgemeinschaften in die Gesellschaft hineinwirken. (Foto: NEK / Walter Hessler)

Es sei entscheidend, wie Kirchen und Religionsgemeinschaften in die Gesellschaft hineinwirken, hob die evangelisch-lutherische Bischöfin Cornelia Richter hervor: „Darauf kommt es heute an.“ Der ernannte katholische Wiener Erzbischof Josef Grünwidl würdigte in einem schriftlich übermittelten Grußwort, ähnlich wie Richter, die „lebendige Stimme“ der Neuapostolischen Kirche „im vielstimmigen Chor der christlichen Bekenntnisse“.

Mit einem Wort von Papst Benedikt XVI. (2005-2013) ermutigte Kardinal Schönborn sich von den „Mühen der Ebene“ im Dialog der Kirchen nicht entmutigen zu lassen. Es komme in der Ökumene vor allem darauf an, „dass wir aufeinander hören und voneinander lernen, was es heißt, heute Christ zu sein“.

Weitere Grußbotschaften sandten u.a. der Wiener Oberrabbiner Jaron Engelmayer und der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft, Ümit Vural. Sie würdigten wie auch der Präsident der Buddhistischen Religionsgesellschaft, Gerhard Weißgrab, das vertrauensvolle Verhältnis mit den Vertretern der NAK.

Seit 1975 staatlich anerkannt

Die Neuapostolische Kirche (NAK) ist eine weltweit tätige christliche Kirche mit Sitz in Zürich in der Schweiz. Nach Eigenangaben zählt sie mehr als neun Millionen Gläubige, von denen fast 90 Prozent in Afrika leben, und hat ihre Wurzeln in den christlichen Erweckungsbewegungen des 19. Jahrhunderts. Als sogenannter „Stammapostel“ ist der Franzose Jean-Luc Schneider seit 2013 internationales Oberhaupt. Seit 2023 stehen die geistlichen Ämter auch Frauen offen.

Die aktuell rund 5.000 neuapostolischen Christ:innen in Österreich bilden 40 Kirchengemeinden in sieben Kirchenbezirken. Als Kirchenpräsident ist Apostel Matthias Pfützner seit 2021 leitender Seelsorger, sein ständiger Vertreter ist Hirte Walter Hessler. Pfützner ist neben Österreich auch für die Länderregionen Tschechien, Ungarn und Slowenien sowie Teile der deutschsprachigen Schweiz zuständig.

Website der Neuapostolischen Kirche in Österreich: nak.at

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