Synode H.B. verabschiedete Salzburger Erklärung

 
von Evangelischer Pressedienst

Reformierte Kirche ruft Grundsatzerklärung von 1996 in Erinnerung

Salzburg (epdÖ) – Anlässlich des bevorstehenden 30. Jahrestags der Grundsatzerklärung von 1996 hat die Synode H.B. bei ihrer Tagung vom 24. bis 25. April die „Salzburger Erklärung“ verabschiedet.

In der Grundsatzerklärung vom Oktober 1996 hatte die Synode der Evangelischen Kirche H.B. in Österreich ihr Selbstverständnis gegenüber der Öffentlichkeit, den Geschwisterkirchen, insbesondere der lutherischen Schwesterkirche, dargelegt.

„Gerade in von Krisen, Umbrüchen und Fragen geprägten Zeiten ruft die Synode H.B. ihre vor 30 Jahren verabschiedete Grundsatzerklärung in Erinnerung“, betont Landessuperintendent Ralf Stoffers. Die Synode bekenne sich „auch heute zu deren Aussagen und Inhalten, denn die 1996 von der Synode H.B. verabschiedete Erklärung enthält nach wie vor wegweisende Aussagen zum Selbstverständnis der Reformierten Kirche, zu ihrer Rolle in der Ökumene und dem interreligiösen Gespräch sowie im gesellschaftlichen Dialog“.

Bei der aktuellen Synode, die in den Räumen der Pfarrgemeinde A.u.H.B. Salzburg-Christuskirche tagte, wurde festgehalten: „Wir erinnern daran, dass die Grundsatzerklärung im Vertrauen auf den lebendigen Gott, wie er in der Bibel und im Glaubensbekenntnis bezeugt wird, erwachsen ist, und bekräftigen die Gültigkeit der damaligen Grundsätze, die eine Aktualisierung des Bekenntnisses beinhaltet, wenn es dort heißt: ‚Das Bekenntnis muss in den jeweiligen Herausforderungen der Zeit an der Heiligen Schrift geprüft werden und sich vor ihr neu bewähren.‘“

Im Punkt 2 der Grundsatzerklärung von 1996 heißt es: „Jesus Christus hat eine Gemeinschaft von Schwestern und Brüdern mit gleichen Rechten und Pflichten gestiftet. Darum hat die Kirche in ihrer Ordnung und in ihrem Handeln die Würde jedes einzelnen Menschen zu achten und für sie einzutreten. Niemand darf wegen seiner Herkunft oder seines Geschlechtes benachteiligt werden.“

Dies bedeute, so die Salzburger Erklärung, für die heutige Zeit: „Unsere Kirche steht ein für die Akzeptanz mehrerer Geschlechter und die Offenheit gegenüber unterschiedlichen sexuellen Orientierungen und Identitäten sowie für den Respekt gegenüber allen Lebensformen und Partner:innenschaften, die die Würde des einzelnen Menschen achten.“

Zudem wird im Punkt 4 der Grundsatzerklärung die Rücksichtnahme auf „Schwächere“, insbesondere auch auf Minderheiten – nach innen wie nach außen – gefordert. Der Salzburger Erklärung zufolge sei dies ein Auftrag, „in unseren eigenen Gemeinden und Gemeinschaften sensibel miteinander umzugehen und nach außen die Stimme zu erheben, wenn Rechte verletzt oder Stimmen nicht gehört werden“.

Das prophetische Amt, das der ganzen Gemeinde aufgetragen sei, schließe auch die Kritik an den Herrschenden, an ungerechten Zuständen und Entwicklungen mit ein. „Das bedeutet, dass die Kirche sich gegen Krieg, Unterdrückung sowie gegen die Diskreditierung christlicher Grundwerte (wie zum Beispiel die Solidarität mit den Schwachen und das Mitgefühl mit den Notleidenden) ausspricht.“

In der aktuellen Erklärung warnt die Evangelische Kirche H.B. vor schleichendem Demokratieabbau ebenso wie vor dem Recht des Stärkeren, dass immer mehr zur Norm werde. „Das dürfen wir nicht hinnehmen, ebenso wenig die Zerstörung der Schöpfung“, das Bekenntnis fordere zum Widerstand auf, wenn Menschen diskriminiert oder bedroht, Schutzbedürftige abgeschoben oder gegen Minderheit gehetzt werde.

Geistliche Leitung versteht die Evangelisch-reformierte Kirche kollegial, sie habe sich gegenüber der Synode zu verantworten, das schließe auch eine Absage an ein Bischofsamt ein. Der Dialog mit anderen Religionen und Weltanschauungen wird hervorgehoben, der Judenmission eine „entschiedene“ Absage erteilt, Antisemitismus und Antijudaismus in jeder Form verurteilt. „Wir richten uns gegen alle Formen ethnischer und religiöser Diskriminierung“, hält die Synode auch angesichts verstärkter Aggression gegenüber Muslim:innen fest.

Deutlich spricht sich die Synode für soziale Gerechtigkeit und Bekämpfung der Armut aus. In Zeiten der Aufrüstung gelte es, „die Stimme des Friedens zu erheben“ und sich weiterhin für Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung einzusetzen. „Wir sehen es als wichtige Aufgabe an, alles in unserer Macht Stehende zu tun, um die gute Schöpfung Gottes nicht weiter zu belasten und die Energiewende voranzutreiben“, schließt die Salzburger Erklärung von 2026.

Den vollständigen Wortlaut der Salzburger Erklärung finden Sie hier.

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