Toleranzgespräche 2026: Europa im Widerstand

 
von Evangelischer Pressedienst

Andrea Mattioli neue Obfrau des „Denk.Raum.Fresach“

Wien / Klagenfurt (epdÖ) – Wie kann verantwortungsvoller Widerstand aussehen? Wie kann und soll Europa umgehen mit den Allmachtsphantasien in Ost und West? Bei den Europäischen Toleranzgesprächen vom 17. bis 24. Mai 2026 im Kärntner Bergdorf Fresach unter dem Titel „Widerstand und Verantwortung“ befassen sich Expert:innen aus unterschiedlichsten Disziplinen mit der Frage, wie Widerstand in Zeiten von zunehmendem Extremismus und Allmachtsdenken aussehen kann und wie weit er gehen kann und darf. Das umfangreiche Tagungsprogramm wurde am Donnerstag, 19. März, in Klagenfurt im Rahmen eines Pressegesprächs vorgestellt.

Hannes Swoboda, Kuratoriumspräsident des Veranstalters „Denk.Raum.Fresach“, zeigte sich bei der Programmvorstellung in Klagenfurt überzeugt, dass es Auswege aus den Kriegen und Krisen der Gegenwart geben muss. Dies werde aber ohne zivilen und auch politischen Widerstand gegen extremistische Positionen nicht funktionieren. „Auch im Widerstand müssen wir an das große Ganze denken und Verantwortung zeigen“, betonte Swoboda. „Auch im Widerstand muss man als Mensch agieren und den Menschen im Gegner sehen.“

Kuratoriumspräsident Hannes Swoboda bei der Programmvorstellung der Europäischen Toleranzgespräche: „Auch im Widerstand muss man als Mensch agieren und den Menschen im Gegner sehen.“ (Foto: Fotodienst/Gerhard Kampitsch)

Der Kärntner Landesrat Daniel Fellner forderte ein Ende von Ausgrenzung und Dialogverweigerung und rief dazu auf, das Miteinander über das Gegeneinander zu stellen. Auch die neue Superintendentin von Kärnten-Osttirol, Andrea Mattioli, plädierte für eine aktive Zusammenschau und Reflexion von unterschiedlichen Positionen und Perspektiven, um mögliche Konflikte bereits vor ihrem Entstehen zu entschärfen. Diakonie-Rektorin Astrid Körner erinnerte in ihrem Statement an die mangelnde Versorgung und Betreuung von Menschen in Not, die selbst nicht in der Lage seien, Widerstand zu leisten. Hier sei es eine wesentliche Aufgabe der Demokratie, hinzusehen, um deren Teilhabe zu ermöglichen.

Mattioli: Europäische Toleranzgespräche „in guter Kontinuität fortsetzen“

Unmittelbar vor dem Pressegespräch, auf der Generalversammlung des Europäischen Toleranzzentrums Fresach, wurde die evangelische Superintendentin von Kärnten-Osttirol, Andrea Mattioli, zur neuen Obfrau des Vereins „Denk.Raum.Fresach“ gewählt. Sie übernimmt das Amt von Manfred Sauer, der nach 12-jähriger Obmannschaft ins Präsidium wechselt. Mattioli wird in ihrer neuen Funktion die strategische Weiterentwicklung der Toleranzgespräche in Kärnten verantworten.

Andrea Mattioli sagte bei der Übernahme des Vorsitzes, dass sie ihr künftiges Engagement für die Europäischen Toleranzgespräche auf hervorragenden Grundlagen aufbauen und „in guter Kontinuität fortsetzen“ kann. Die neue Obfrau will die inhaltliche Ausrichtung der Veranstaltung beibehalten, aber auch neue Akzente zur Stärkung des Gesamtprofils setzen.

Der „Denk.Raum.Fresach“ ist eine interdisziplinäre Plattform für Kultur, Politik und Wirtschaft und widmet sich relevanten gesellschaftspolitischen Fragestellungen. Er ist als gemeinnütziger Verein organisiert und veranstaltet jährlich die „Europäischen Toleranzgespräche“ in Fresach.

http://www.fresach.org

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