Richter: Vertrauen auf Gott als „Hoffnung in action“

 
von Evangelischer Pressedienst

Bischöfin predigte bei TV-Gottesdienst in der Christuskirche Wien-Favoriten zum Reformationstag

Wien (epdÖ) – „Reformation ist immer aktuell. Denn es geht um die Würde jedes einzelnen Menschen vor Gott, um Freiheit und Verantwortung“, sagte Bischöfin Cornelia Richter beim Gottesdienst zum Reformationstag in der Christuskirche Wien-Favoriten. „Und in all dem geht es um Frieden – um Frieden mit sich selbst und um Frieden in der Gesellschaft. Frieden versteht sich nicht von selbst. Nein, für den Frieden müssen wir uns einsetzen, wir müssen ihn von ganzem Herzen wollen. Dazu braucht es Zutrauen, Mut und eine Gemeinschaft, die trägt. Im Vertrauen auf Gott ist all das möglich“, betonte Richter, die zusammen mit dem ehemaligen Ortspfarrer der Christuskirche, Michael Wolf, den in Rundfunk und Fernsehen übertragenen Reformationsgottesdienst feierte.

Vertrauen auf Gott sei eine „Hoffnung in action“, Stärkung, Befähigung, Freiheit und Verantwortung, Empowerment. „Es ist ein Empowerment, das uns aufstehen lässt gegen Unrecht und Gewalt, für Versöhnung und für Frieden. Das uns ins diakonische Handeln ruft, wo immer ein Kind in einer armseligen Krippe liegt. In der Ukraine, im Sudan, im Kongo, in Lateinamerika, auf allen Seiten im Nahen Osten – wo auch immer. Es ist dieses Empowerment, aus dem wir als Evangelische leben und handeln“, unterstrich Richter.

Richter: Karfreitag stehe „für den Frieden in der Welt“

Die Bischöfin hob hervor, dass die Geschichte der Evangelischen in Österreich eine Geschichte der Gewalt und der Unterdrückung sei: „Wir sind zur Minderheit geworden, und das spiegelt sich bis heute.“ Dabei erinnerte Richter an die Abschaffung des Karfreitags als Feiertag 2019. Wie kein anderer Feiertag stehe der Karfreitag für das Bekenntnis der Evangelischen. „Und für den Frieden in der Welt. Denn er hängt an dem, der uns allen als Kind geboren ist, als Sohn gegeben. Der, von dem es seit Jesaja heißt: Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst“, so die Bischöfin.

Musikalisch begleiteten den Gottesdienst der Chor und ein Instrumentalensemble des Instituts für Orgel, Orgelforschung und Kirchenmusik der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Die musikalische Leitung inne hatte der Professor für Chorleitung am Institut, Manuel Schuen. An der Orgel war Andrej Ivanović, Studierender von Jeremy Joseph, zu hören. Unter anderem wurden Werke von Heinrich Schütz („Jauchzet dem Herrn“), Melchior Franck („Ein Kind ist uns geboren“), Georg Philipp Telemann (Kyrie aus Missa brevis „Komm, Heiliger Geist“) und Michael Prätorius („Verleih uns Frieden“) gespielt.

Live übertragen wurde der Gottesdienst im Fernsehen (ORF III) und im Radio (Ö1) sowie im Deutschlandfunk.
Nachsehen können Sie den Gottesdienst in der TVthek des ORF.

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